25.04.2022

Die Pionierin

Susanne Gans ist Laborleiterin bei Speick. Der Naturkosmetik-Hersteller ist langjähriger Kunde von Nordmann. Gans ist für die Entwicklung neuer Produkte bei Speick verantwortlich.

Der seltene Speick-Pflanze, der Namensgeber des Unternehmens, wird ausschließlich aus einer einer zertifizierten Wildsammlung gewonnen.

„Ja, machen Sie mal“, das waren die ersten Worte, die Susanne Gans 1976 von ihrem Chef im Labor von Speick gehört hat. Sie war die einzige Mitarbeiterin, ihr Chef interessierte sich für vieles, vor allem philosophische Gedanken, und ließ sie, die neugierige junge Frau, einfach mal machen.

Und so gehen die Neuentwicklungen und ein Großteil der Produkte von Speick auf das Konto von Susanne Gans. Sie hat in rund 46 Jahren im Unternehmen einige – männliche – Chefs kommen und gehen sehen, die Leitung zwischendurch mehrfach kommissarisch und ab 2004 dann offiziell übernommen. Doch allein die Produktentwicklung genügt ihr nicht, sie sieht ihre Arbeit eher ganzheitlich und begreift Nachhaltigkeit als Gesamtkonzept: Vom kreislauffähigen Herstellungsprozess über die Verpackung bis hin zur biologischen Abbaubarkeit betrachtet sie alle Aspekte eines Produkts. Unter anderem diese Herangehensweise hat Speick 2013 als erster Kosmetikfirma den Deutschen Nachhaltigkeitspreis beschert. Das Markenzeichen seit jeher: der besondere Kräuterduft. Firmengründer Walter Rau entdeckte in alten Arzneibüchern ein Alpenbaldrian, die namensgebende hochalpine Speick-Pflanze, und wollte die besondere Kraft aus der Natur in seinen Produkten zugänglich machen.

Heute stammt die geschützte Pflanze aus dem Biosphärenpark Nockberge im österreichischen Kärnten und gehört zu den wenigen Pflanzen, die als kontrolliert biologische Wildsammlung zertifiziert sind.

NATURKOSMETIK AUS LEIDENSCHAFT

Und so wird schon von Anbeginn im Jahr 1928 bei dem schwäbischen Familienunternehmen in der Nähe von Stuttgart auf Regionalität und Nachhaltigkeit geachtet: „Was bekommen wir von hier, was aus Süddeutschland, was aus Deutschland? Und so wird der Kreis nach und nach weiter gezogen“, erklärt Gans. Zum Glück sei die Beschaffung nachhaltiger Rohstoffe heute deutlich einfacher als noch vor 20 Jahren, sagt Susanne Gans. Das sei auch der gestiegenen Nachfrage durch die Verbraucher*innen geschuldet, hier habe vor allem in den vergangenen zehn Jahren ein Umdenken eingesetzt „Viele möchten nun am liebsten natürliche Produkte und biologisch abbaubare Verpackungen, aber ganz so einfach ist das nicht“, weiß Gans. Denn: „Nachhaltigkeit hat ihren Preis, und viele technische Grenzen und Beschränkungen machen die Umsetzung schwer! In unserem Tun versuchen wir, in allen Bereichen nach den Fair-Trade-Prinzipien zu handeln. Uns ist wichtig, mit Handelspartnern und Zulieferern auf Augenhöhe zu kommunizieren“, erklärt Gans. Das gilt übrigens auch für die Kommunikation mit den Verbraucher*innen. Haben Kund*innen Fragen zu Produkten, beantwortet Susanne Gans sie als Laborleitung zum Teil höchstpersönlich. Ihre Arbeit ist ihre Leidenschaft, das wird besonders deutlich, wenn sie anfängt, von ihrem Lieblingsprodukt zu schwärmen: der Sonnenpflege-Serie, an der die gesamte Laborcrew sieben Jahre lang gearbeitet hat. Dreimal wurde das Projekt gecancelt und dann doch weitergemacht. Getrieben von der Idee, einen naturkosmetischen Sonnenschutz zu entwickeln, der „nicht weißelt“, wie es so viele tun. Den Sonnenschutz, so wie alle Speick-Produkte, benutzt sie natürlich auch selbst: „Meine Produkte sind wie meine Kinder, etwas anderes kommt mir nicht ins Badezimmer.“

Susanne Gans ist eine Pionierin auf dem Gebiet der Naturkosmetik, verantwortlich für viele Produktentwicklungen bei Speick.
 

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