25.04.2022

Grünes Zukunftsnetz

Die Green-Deal-Initiative der EU-Kommission stellt die Farben- und Lackindustrie vor große Herausforderungen. Auf dem Weg in eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft bündelt die Branche ihre Kräfte. Wie das go2green-Netzwerk die Zukunft gestaltet.

Das Ziel steht fest: Bis 2050 soll die Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft vollzogen sein. Mit vielfältigen Maßnahmen möchte die Green-Deal-Initiative der EU-Kommission den Übergang zu einer ressourceneffizienten und wettbewerbsfähigen Wirtschaft schaffen. Eine Transformation, die auch die produzierenden und verarbeitenden Bereiche der Farben-, Lack- und Druckindustrie betrifft. Für die Branche heißt das ganz konkret: Giftige oder schwer abbaubare Chemikalien müssen ersetzt werden.

Angesichts dieser tiefgreifenden Herausforderungen ist das go2green-Netzwerk entstanden, das sich als Innovationsplattform begreift, sich aus kleinen und mittelständischen Unternehmen, Industrie und Forschung zusammensetzt und im Sommer 2021 seine Arbeit aufnahm. „Unser Ziel ist es, geeignete Lösungsansätze für die deutsche Farben-, Lack- und Druckindustrie zu entwickeln, um nachhaltige und nicht giftige Produkte auf dem Massenmarkt zu etablieren“, sagt Claus Steinau, Manager für Technologietransfer und Innovationsnetzwerke bei der HeiQ RAS AG, die das Management des go2green-Netzwerks übernommen hat.

Als international agierendes Distributionsunternehmen ist auch Nordmann Teil von go2green. Peter Kuchenbrod, Netzwerkmitglied und Business Manager des Bereichs Coatings & Inks bei Nordmann, sagt: „Durch unser starkes Netzwerk kennen wir die Rahmenbedingungen für einen erfolgreichen Transfer von konventionell hergestellten Rohstoffen hin zu ökologisch und ökonomisch sinnvollen Alternativen. Wir sind nicht physisch an deren Entwicklung beteiligt, kanalisieren aber potenzielle Alternativen und tragen damit erheblich zu deren Verwendung bei.“

Laut Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie wurden 2020 allein in Deutschland rund 2,03 Millionen Tonnen Farben und Lacke produziert, von denen erhebliche Mengen problematischer Stoffe in die Natur gelangen.

Mit gebündelten Kräften und Kompetenzen will das go2green-Netzwerk die Branche in die Zukunft begleiten. Steinau: „Wir möchten den zahlreichen kleinen und mittleren Unternehmen in der Farbe- und Lackbranche den frühzeitigen Einstieg in zukunftsorientierte und nachhaltige Produkte ermöglichen.“ Die ersten Schritte in diese Richtung sind bereits getan.

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