08.09.2022

Flammschutz und mehr – Interview mit Emma Nordenberg

Nordmann News sprach mit Emma Nordenberg, Technical Sales & Product Manager Coatings, Construction bei Nordmann Nordic, über Trends, Nachhaltigkeit und Nordmanns europäischen Ansatz im Bereich Flammschutz.

Emma Nordenberg , Technical Sales & Product Manager Coatings, Construction bei Nordmann Nordic
Emma Nordenberg, Technical Sales & Product Manager Coatings, Construction bei Nordmann Nordic

Wie wichtig ist der Flammschutzmittelmarkt für Nordmann?

Der Bereich Flammschutz hat für Nordmann große strategische Bedeutung. Wir haben bereits heute mit einigen Produkten unserer Eigenmarke NORD-MIN® eine führende Marktposition. Diesen Erfolg möchten wir auf Basis eines neuen Europakonzeptes, das im Juli 2021 gestartet ist, nun auf weitere europäische Länder ausweiten. Wir haben bereits die Aktivitäten in den einzelnen Ländern gebündelt und damit begonnen, den Wissenstransfer zu optimieren, d.h. die vorhandene Expertise für alle Niederlassungen verfügbar zu machen. Auch lernen wir im täglichen Geschäft kontinuierlich miteinander und voneinander, indem wir Synergien aufdecken und nutzen.

Warum haben Sie sich für die Arbeit in diesem Bereich entschieden? Und warum für Nordmann?

Halogenfreie Flammschutzmittel faszinieren mich schon lange, und mein Fokus lag immer darauf, passende Produktlösungen zu finden, die auch nachhaltig für die Umwelt sind. Nach vielen Jahren Erfahrung im Bereich Forschung und Entwicklung von Brandschutzprodukten habe ich mich vor drei Jahren für einen Berufswechsel entschieden.

Die Entscheidung fiel auf Nordmann, weil ich schon lange in engem Kontakt mit dem Unternehmen stand und mich sowohl das breite Portfolio als auch die Expertise für effektive, umweltfreundliche und nachhaltige Materialien angesprochen hat.

Welche Trends werden aus Ihrer Sicht in naher Zukunft den Markt bestimmen?

Ich denke, dass nachhaltige Lösungen mit minimalen Umweltauswirkungen an Bedeutung gewinnen werden. In den letzten Jahren gab es ein großes Interesse an biobasierten Materialien für viele andere Produktbereiche – wie z. B. Beschichtungen. Ich hoffe, dass sich dieser Trend auch bei Flammschutzmitteln durchsetzen wird.

Da sich die gesetzlichen Anforderungen für die Kennzeichnung und Einstufung der organischen Verbindung Melamin geändert haben, denke ich, dass auch das Interesse an den alternativen Produkten in ganz Europa zunehmen wird. Viele Produkte haben wir bereits in unserem Produktportfolio und setzen sie in laufenden Projekten ein. Eine spannende Entwicklung, die ich natürlich gerne verfolge!

Wie beeinflusst der Megatrend Nachhaltigkeit die Aktivitäten im Bereich Flammschutzmittel, z. B. der Green Deal der EU?

Das ist eine schwierige Frage, denn der Hauptzweck von Flammschutzmitteln ist es, Brände zu verhindern und Leben zu retten. Das könnte bedeuten, dass der Green Deal der EU gegenüber der Flammschutzmittelindustrie in den Hintergrund rückt.

Ich glaube, es liegt an unseren Lieferanten, diese Entwicklung weiter voranzutreiben und zu zeigen, dass Flammschutzmittel auch die Nachhaltigkeit fördern und dazu beitragen können, die Europäische Union bis 2050 klimaneutral zu machen.

Das wichtigste Instrument für die Berichterstattung über die Umwelt-auswirkungen eines Produkts ist übrigens seine Umweltproduktdeklaration (EPD). EPDs basieren auf Lebenszyklusanalysen (LCA), in denen die Umwelteigenschaften eines Materials für jede Lebensphase des Produkts abgebildet werden. Da die Industrie nun verstärkt EPDs fordert, dürften die Chancen für die Erreichung der Ziele des Green Deals der EU günstig sein.

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