01.02.2021

Shell Prozessöle von Nordmann

Nordmann News sprach mit Claudia Schoke, Business Manager Industrial, Oleochemicals & Lubricants bei Nordmann in Hamburg, und Eduardo David de Azevedo,  Product Application Specialist Process Oils bei Shell, über Vorteile, Anforderungen und Besonderheiten bei der Anwendung von Prozessölen im Automobilsektor.

Eduardo David de Azevedo, Product Application Specialist Process Oils bei Shell und Claudia Schoke, Business Manager Industrial, Oleochemicals & Lubricants bei Nordmann in Hamburg (von links nach rechts)

Welche Bedeutung kommt Prozessölen zu?

Claudia Schoke:  Eine große: Prozessöle spielen beispielsweise eine wichtige Rolle im Automobilsektor bei der Herstellung von Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk (EPDM). Dabei handelt es sich um Kunststoffe mit einer relativ hohen Dichte, die sich unter anderem durch eine gute Schallisolierung auszeichnen. Deswegen sind sie sehr gut für die Herstellung von Dämmmaterialien, Schläuchen und Dichtungen in Fahrzeugen geeignet.

Was sind die Besonderheiten Ihres Produkts Shell Catenex X 446?

Eduardo David de Azevedo: Mit Shell Catenex X 446 hat Shell ein paraffinisches Prozessöl entwickelt, dessen Grundöle auf der Gas-to-Liquids-Technologie (GTL) basieren, bei der Erdgas zu flüssigen Kraft- und Schmierstoffen synthetisiert wird. Das Endprodukt zeichnet sich unter anderem durch eine geringe Viskosität sowie einen höheren Flammpunkt aus. Damit werden höchste Qualitätsstandards erreicht. Es wird in Deutschland hergestellt und ist kennzeichnungsfrei.

Warum werden Prozessöle bei der Herstellung von EPDM-Kunststoffen eingesetzt?

Eduardo David de Azevedo: Prozessöle spielen bei der Herstellung von EPDM-Kunststoffen eine Schlüsselrolle. Mit ihren besonderen Eigenschaften unterstützen sie die Vernetzung der Kunststoffmoleküle. Shell Catenex X 446 wurde speziell für eine besonders hohe Prozesstemperatur von bis zu 300°C entwickelt und kann somit für die Salzbad- oder Peroxidvulkanisierung genutzt werden, ohne dass es zu Rußbildung kommt. Die Salzbadvulkanisierung ist ein Herstellungsprozess, der sehr glatte und dichte Oberflächen ermöglicht. Das Prozessöl hat aufgrund seiner GTL-Formulierung eine geringere Viskosität als vergleichbare Produkte, die auf Grundölen der Erdölraffination basieren. Das bietet einigen Herstellern Vorteile für ihre Kunststoffherstellung.

Was sind die größten Herausforderungen im Automobilbereich, die mit Prozessölen gelöst werden können?

Claudia Schoke: Für viele Automobilhersteller wird es immer wichtiger, den typischen Neuwagengeruch in ihren Fahrzeugen zu reduzieren oder sogar möglichst vollständig zu vermeiden. Während vor einigen Jahren ein Plastikgeruch aus Neuwagen nicht wegzudenken war, haben sich die Anforderungen der Endkunden diesbezüglich stark gewandelt – insbesondere im asiatischen Markt.

Und wodurch zeichnet sich hier speziell Shell Catenex X 446 aus?

Eduardo David de Azevedo: Es hat eine sehr geringe und konstante Anzahl aromatisch gebundener Kohlenwasserstoffe und einen niedrigen Fogging-Wert, was den Geruch sowie die Emissionen im Fahrzeug maßgeblich senkt. Damit erfüllt das Prozessöl sowohl die Anforderungen vieler Hersteller als auch die hohen Ansprüche der Endkunden.

In welchen Ländern wird das Produkt von Nordmann vertrieben?

Claudia Schoke: Wir sind stolz, Shell Catenex X 446 in mehreren Ländern im Produktportfolio zu haben. Dazu zählen: Dänemark, Deutschland, Finnland, Norwegen, Polen und Schweden. Wir arbeiten am stetigen Ausbau des Vertriebsgebiets und freuen uns auf viele, interessante Projekte, die wir zusammen mit unserem Partner Shell umsetzen möchten.