22.06.2021

Verantwortungsbewusst handeln

Zum Bereich Health, Safety, Environment & Quality Management bei Nordmann gehört der Komplex Regulatory Affairs. Dort gilt es, die gesetz­lichen Vorgaben und Neuerungen im Blick zu behalten, aber auch Entwicklungen auf Seiten der Kunden, der Lieferanten und der Öffentlichkeit zu beachten. Nordmann News sprach dazu mit Reinhard Friedek, Business Manager Health, Safety, Environment & Quality Management (HSEQ) und Dr. Christian Gradert, der ab 01. Juli den Bereich übernimmt. Reinhard Friedek geht nach mehr als 30 Jahren bei Nordmann in den wohl verdienten Ruhestand.

Dr. Christian Gradert, Group HSEQ Director Health, Safety, Environment & Quality Management und Reinhard Friedek, Business Manager Health, Safety, Environment & Quality Management, bei Nordmann (von links nach rechts)

Mit welchen neuen Regularien sind Sie aktuell beschäftigt?

Dr. Christian Gradert:  Derzeit arbeiten wir vor allem an der Umsetzung der CLP-Verordnung, Artikel 45 Anhang VIII. Danach muss der Unique Formula Identifier (UFI) als eindeutiger Rezepturidentifikator auf den Etiketten von Produkten erscheinen, die gefährliche Gemische enthalten. Zugleich soll dies an die Giftinformationszentren gemeldet werden. Im Falle eines Notrufs kann dann der 16-stellige alphanumerische Code den zuständigen Behörden die Identifizierung des Produkts ermöglichen und Informationen zur adäquaten medizini­schen Beratung geben.

Wann tritt die UFI-Meldepflicht in Kraft?

Reinhard Friedek:  Die ersten Meldefristen begannen mit dem 1.1.2021 und gelten für private und gewerblich genutzte gefährliche Gemische. Ab 2024 folgen die industriell verwendeten und ein Jahr später endet dann auch der Bestandsschutz für die zuvor nach den „alten“ Verfahren gemeldeten Produkte. In welche Kategorie ein Gemisch fällt, definiert der Einsatz des endgültigen Produkts nach dem europäischen Produkt­kategorisierungs­system (EuPCS). Die neue Verordnung ist recht umfassend, denn sie betrifft auch Importeure und nachgeschaltete Anwender, die als gefährlich eingestufte Gemische im Europäischen Wirtschaftsraum in den Verkehr bringen.

Wie reagiert Nordmann auf die neuen Bestimmungen?

Dr. Christian Gradert: Wir haben uns auf die veränderten Regularien mit internen Schulungen vorbereitet. Die Verkaufsteams analysieren, welche Produkte betroffen sind und beziehen dabei auch vertriebliche Rahmenbedingungen oder notwendige Umetikettierungen in die Betrachtung ein. Die Informations­weitergabe erfolgt somit in beide Richtungen der Lieferkette – zum einen an die Lieferanten hinsichtlich des UFIs, zum anderen an die Kunden bezüglich der Verwendung und der Produktkategorie.

Herr Friedek, für Sie beginnt bald ein völlig neuer Lebensabschnitt. Wie fühlt sich das an?

Reinhard Friedek:  In meiner langen Tätigkeit für das Haus Nordmann hatte ich das Glück, die Abteilung von den Anfängen des Qualitäts- und Gefahrgutmanagements bis zum heutigen Bereich HSEQ weiterentwickeln zu können. Im Laufe der Jahre ist es mir mit der Unterstützung meines engagierten Teams gelungen, den stetig wachsenden Anforderungen, sowohl von Seiten des Gesetzgebers als auch von Kunden und Lieferanten, zu begegnen. Insofern werde ich die Zusammenarbeit vermissen, jedoch gehe ich mit dem sehr guten Gefühl, dass der Bereich bei meinem Nachfolger Dr. Gradert in besten Händen ist. Und für mich privat sehe ich dem neuen Lebensrhythmus mit Spannung und Vorfreude entgegen.

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